Erforschung der Schallminderungsmaßnahme „Gestufter Blasenschleier (Little Bubble Curtain)“

Hintergrund

Messungen im Zusammenhang mit Rammarbeiten zur Errichtung von Offshore-Windenergieanlagen in Nord- und Ostsee haben Hydroschallpegel ergeben, die die vom Umweltbundesamt (UBA) geforderten Richtwerte erheblich überschreiten. Dieses Ergebnis zeigt, dass zum Schutz mariner Lebewesen die Notwendigkeit von wirksamen Schallminderungsmaßnahmen während der Rammarbeiten besteht. Allerdings müssen derartige Maßnahmen kostengünstig sein und ohne wesentliche Beeinflussung des Baugeschehens durchgeführt werden können.

Bei der Errichtung der Forschungsplattform FINO3 Ende Juli 2008 wurde als Schallminderungsmaßnahme ein geschlossener Blasenschleier im größeren Abstand um den zu rammenden Monopile gelegt. Der Einsatz des Blasenschleiers war erfolgreich und hat zu einer deutlichen Reduktion der Hydroschallimmission geführt. Die Richtwerte des UBA konnten bei den Arbeiten an FINO3 dennoch nicht eingehalten werden. Im Rahmen der regelmäßigen Arbeitstreffen der Stiftung Offshore-Windenergie hat man sich im Dezember 2008 darauf geeinigt, einen gestuften Blasenschleier dicht an der Gründungskonstruktion als schallmindernde Maßnahme im Testfeld zu erproben. Fa. Menck hat in Zusammenarbeit mit der Hydrotechnik Lübeck GmbH die Konzeption und den Bau des Blasenschleiers durchgeführt.

Ende Mai 2009 wurden die notwendigen Hydroschallmessungen während der Rammarbeiten zur Installation einer AD 5-116-Anlage im Offshore-Testfeld alpha ventus durchgeführt, bei der ein gestufter Blasenschleier zum Einsatz kam, der direkt am Tripod installiert war.

Inhaltliche Ziele

Ziele des Forschungsvorhabens sind

  • Konzeptentwicklung und Design eines Gestuften Blasenschleiers.
  • Erprobung und Bewertung der Einsetzbarkeit des Gestuften Blasenschleiers unter Offshore-Bedingungen und unter den Randbedingungen des Errichtungsprozesses der Hauptgewerke.
  • Feststellung des Einflusses von Strömungsgeschwindigkeit und –richtung auf die Schallminderungswirkung des Blasenschleiers im Betrieb.
  • Untersuchung des Einflusses der Druckluftmenge auf die Schallminderungswirkung in der Umgebung.

Verbundpartner

  • Institut für Statik und Dynamik (ISD), Uni Hannover
  • Menck GmbH, Kaltenkirchen

Partner

  • Institut für technische und angewandte Physik GmbH (itap), Oldenburg
  • UL International GmbH (DEWI), Wilhelmshaven
  • Hydrotechnik Lübeck GmbH, Lübeck
  • Prokon Nord Energiesysteme GmbH, Leer
  • Prokon Nord Offshore Installations GmbH, Leer
  • Karl Wrede Stahl- und Maschinenbau GmbH, Eddelak
  • Bode und Wrede GmbH, Itzehoe

Abbildungen

Abbildung 1: Aktiver Blasenschleier bei Rammung eines Adwen-Tripods (Quelle: Adwen GmbH)

Abbildung 2: Schematische Darstellung der Funktion des Blasenschleiers

Publikationen des Projektes:

Die Publikationsliste von Hydroschall finden Sie hier:
Hydroschall - Leibniz Universität Hannover